Das Tool dreht ein Bild von Sonne, Mond oder einem anderen Himmelsobjekt so, dass Himmelsnorden oben
liegt (oder, für Sonne und Mond, die Rotationsachse). Das ist nötig, wenn die Kamera am Horizont ausgerichtet war
(Zenit oben, z. B. azimutale Montierung, Smartphone am Okular): Dann dreht sich das Himmelsbild im Laufe der Nacht
relativ zum Bildrahmen. Berechnet wird nur die Drehung aus Ort, Zeit und Objektposition – das Bild wird nicht
astrometrisch ausgewertet.
Schnellstart
Standort prüfen: Breite (°N) und Länge (°E) Ihres Beobachtungsortes. Süd und West sind negativ.
Bild laden: Datei in die Ablagezone ziehen (oder irgendwo auf die Seite) oder in die Zone klicken.
Ist eine Aufnahmezeit im Bild gespeichert, wird sie automatisch ins Zeitfeld übernommen.
Zeit kontrollieren. Sie gilt in der Zeitzone Ihres Geräts (siehe unten „Zeit“).
Objekt festlegen: „Sonne setzen“ oder „Mond setzen“ – RA/Dec werden dann berechnet und folgen
jeder Änderung der Zeit. Für alles andere RA (in Stunden) und Dec (in Grad) von Hand eintragen.
Optik-System wählen: „Zenitspiegel“ nur, wenn das Bild seitenverkehrt ist (siehe unten).
Ausrichtung wählen: „Himmelsnorden oben“ (Standard) oder „Rotationsachse oben“.
Mit den Tasten Original / Korrigiert vergleichen, dann „Gedrehtes Bild speichern“ (PNG).
Die Eingabefelder
Breite / Länge: Dezimalgrad. Vorgabe ist Roßtal (49,41° N, 10,90° E). Ein Fehler von 0,1° wirkt
sich kaum aus, die richtige Region genügt.
Zeit: Lokale Zeit Ihres Browsers/Geräts, einschließlich Sommerzeit. Intern wird daraus UTC.
Die Sekunden zählen: Der Mond wandert in einer Minute etwa 0,25° am Himmel.
RA: Rektaszension in Dezimalstunden, nicht Stunden.Minuten. 12 h 30 min ist also 12,5.
Dec: Deklination in Grad, Süd negativ.
Sonne / Mond setzen: Berechnet Position und Achsenwinkel für die eingestellte Zeit. Ändern Sie RA
oder Dec danach von Hand, wechselt das Tool in den manuellen Modus (steht unter den Tasten).
Optik-System: „Direktfokus / Newton (nicht gespiegelt)“ oder „Zenitspiegel (seitenverkehrt)“.
Ausrichtung: „Rotationsachse oben“ ist nur für Sonne und Mond möglich (Sonnen- bzw. Mondnord oben).
Für andere Objekte wird automatisch Himmelsnorden verwendet.
EXIF-Kontrollkästchen: Schaltet die automatische Übernahme der Aufnahmezeit aus dem Bild ein oder aus.
Das Infofeld
UTC / JD: Die tatsächlich verwendete Weltzeit und das Julianische Datum. Hier erkennen Sie sofort,
ob die Zeitzone stimmt.
Stundenwinkel H: Zeit seit dem Meridiandurchgang (negativ = Objekt steht im Osten).
Höhe / Azimut: Position am Himmel. Azimut zählt von Norden über Osten (Süden = 180°). Unter 0° Höhe
erscheint eine Warnung – dann stimmen Zeit oder Ort vermutlich nicht.
q: Parallaktischer Winkel. P: Positionswinkel der Rotationsachse (nur Sonne/Mond).
Unter dem Bild steht die tatsächlich angewendete Drehung mit Richtung.
Zeit und EXIF im Detail
Gelesen werden JPEG, PNG und WebP. Ausgewertet werden die EXIF-Felder Aufnahmezeit
(DateTimeOriginal), Digitalisierungszeit und zuletzt das Änderungsdatum.
Zeitzone: Steht im Bild eine Zeitzone (OffsetTime), wird korrekt umgerechnet. Ohne diese
Angabe – bei den meisten Kameras – gilt die Kamerazeit als lokale Zeit Ihres Geräts. Stimmt die Kamerauhr
nicht oder stammt die Aufnahme aus einer anderen Zeitzone, tragen Sie die Zeit von Hand ein.
Seestar (ZWO): Diese Bilder haben keinen Standard-Zeitstempel. Die Zeit (UTC) steht als Text
header_date in den EXIF-Daten und wird erkannt. Dort steht auch der Standort; er wird
nicht übernommen, tragen Sie Breite und Länge bei Bedarf selbst ein.
Bilder aus Stacking- oder Bildbearbeitungsprogrammen oder aus Messengern haben oft keine EXIF-Daten mehr.
Dann steht unter der Ablagezone „Keine Aufnahmezeit im Bild gefunden“ und die Zeit bleibt unverändert.
Screenshots zeigen die Zeit oft nur als Einblendung im Bild. Die gilt nicht automatisch – dann Zeit von Hand eingeben.
Wichtige Voraussetzungen
Bildorientierung: Das Tool geht davon aus, dass im Originalbild der Zenit oben liegt.
Bei anderer Kameradrehung (z. B. Newton auf Dobson mit gedrehtem Okularauszug, Kamera um die optische
Achse verdreht) kommt diese Drehung dazu und muss extra berücksichtigt werden.
Zenitspiegel: Ein Zenitspiegel spiegelt das Bild seitenverkehrt. Das Tool spiegelt zuerst zurück
(links/rechts) und dreht dann. Erkennen Sie die Spiegelung z. B. an Schriften oder bekannten Kratern.
Ergebnis prüfen: Kontrollieren Sie das Resultat einmal an einem bekannten Merkmal (z. B. Mondkrater,
Sonnenflecken-Lage). Ist das Bild um 180° verdreht, war die Kamera z. B. umgekehrt montiert. Ist es gespiegelt,
wechseln Sie die Optik-Einstellung.
Koordinaten: Für RA/Dec genügen J2000-Werte (Katalog, Planetariumsprogramm). Die Abweichung durch die
Präzession bleibt beim Rotationswinkel unter etwa 0,5°.
Sonne: Nur mit geeignetem Sonnenfilter aufnehmen. Die Position wird wie für den Mond auf den
Erdmittelpunkt bezogen berechnet.
Wenn etwas nicht stimmt
Warnung „unter dem Horizont“: Zeit (Zeitzone, AM/PM, Datum), Länge (Ost positiv) oder Objekt prüfen.
Bild spiegelverkehrt: Optik-System umstellen.
Drehung offensichtlich falsch: UTC im Infofeld mit der wahren Aufnahmezeit vergleichen.
Schwarze Ecken: Sind normal. Das gedrehte Bild wird vergrößert statt abgeschnitten.
Parallaktischer Winkel (q):
Winkel am Objekt zwischen Himmelsnordpol und Zenit (Positionswinkel des Zenits, von Norden über Osten gezählt). tan(q) = sin(H) / (tan(φ)·cos(δ) − sin(δ)·cos(H))
Zum Herstellen von „Norden oben“ wird das Bild um q gegen den Uhrzeigersinn gedreht.
In Zenitnähe ändert sich q sehr schnell, dort wirken sich kleine Zeit- oder Ortsfehler stark aus.
Positionswinkel der Rotationsachse (P):
Sonne: Meeus Kap. 29 (Neigung des Sonnenäquators 7,25°, Knoten K).
Mond: Meeus Kap. 53 (ohne physische Libration, Ergebnis ca. ±0,1°).
P wird von Himmelsnorden über Osten gezählt. Für „Rotationsachse oben“ gilt: Drehung = q − P.
Sonne: Meeus Kap. 25 (scheinbare Länge, Schiefe der Ekliptik) mit
α = atan2(cos ε · sin λ, cos λ), δ = asin(sin ε · sin λ). Genauigkeit ca. 0,01°. Mond: Näherungsformel des Astronomical Almanac (Genauigkeit ca. 0,3°), geozentrisch.
Quelle der Algorithmen: Jean Meeus, Astronomical Algorithms, 2. Aufl.