Zweck der App
Diese App unterstützt bei der Planung von Beobachtungen zu Exoplanetensystemen.
Es gibt zwei Hauptmodi:
- Imaging: Vorauswahl potenziell interessanter Exoplanetensysteme für direkte Beobachtung bzw. astrophotografische Planung.
- Transit-Photometrie: Suche nach bevorstehenden Transitereignissen, bei denen sich ein Planet vor seinem Stern vorbeibewegt und eine kleine Helligkeitsabsenkung verursacht.
Benötigte Eingaben
- Datum: Startdatum der Berechnung.
- Tage voraus: Nur im Transitmodus relevant. Gibt an, wie viele Folgetage nach Ereignissen durchsucht werden.
- Standort: Breite, Länge und optional Höhe des Beobachtungsortes.
- Mindesthöhe: Unterhalb dieser Höhe werden Ziele als ungünstig betrachtet.
- Sonnenhöhe: Definiert, ab wann ein Himmel als dunkel genug gilt, z. B. -18° für astronomische Nacht.
- Optik / Sensor: Dient zur Abschätzung, wie gut das Ziel zum gewählten Setup passt.
- Katalogdatei: CSV mit Exoplanetendaten.
Kataloge und wichtige Spalten
Für Imaging:
pl_name
hostname
ra
dec
sy_vmag
sy_dist
pl_orbsmax
discoverymethod (optional, z. B. Imaging)
Zusätzlich für Transit-Photometrie:
pl_orbper = Umlaufperiode in Tagen
pl_tranmid = Referenzzeit der Transitmitte
pl_trandur = Transitdauer in Stunden
pl_trandep = Transittiefe
Wie die App arbeitet
Die App berechnet aus den Katalogdaten und dem Beobachtungsort die Sichtbarkeit der Ziele.
Im Imaging-Modus werden Objekte nach Sichtbarkeit, Höhe, geschätzter Winkeltrennung und Setup-Eignung bewertet.
Im Transitmodus werden für den gewählten Zeitraum erwartete Transitereignisse aus Periode und Referenzzeit berechnet.
Wichtige Ergebnisfelder
- RA / DEC: Zielkoordinaten in astronomischer Schreibweise.
- Max. Höhe: höchste erreichte Höhe über dem Horizont.
- Sichtbar: wie lange das Ziel unter den gesetzten Bedingungen beobachtbar ist.
- Transit Start / Mitte / Ende: erwartete Zeiten des Ereignisses.
- Sichtbarer Anteil: wie viel des Transits unter den Bedingungen beobachtbar ist.
- Baseline vor / nach: Zeit vor und nach dem Transit zur photometrischen Referenz.
- Eignung: grobe qualitative Bewertung für das gewählte Setup.
- Bel. min: grob geschätzte minimale Belichtungszeit in Sekunden für das gewählte Setup.
- Bel. empf.: praxisnahe empfohlene Belichtungszeit in Sekunden mit etwas Reserve.
- Hinweis: kurze Einschätzung, z. B. Sättigungsrisiko oder anspruchsvolle Photometrie.
Interpretation der Ergebnisse
- Ein hoher Score bedeutet nur, dass ein Ziel vergleichsweise günstig erscheint.
- Im Imaging-Modus heißt das nicht automatisch, dass ein Exoplanet direkt fotografisch nachweisbar ist.
- Im Transitmodus sind die Zeiten eine gute Vorauswahl, können aber gegenüber spezialisierten Diensten um einige Minuten abweichen.
Typische Quellen für Katalogdaten
- NASA Exoplanet Archive
- Transit-Kataloge mit
tran_flag = 1
- eigene vorbereitete CSV-Dateien aus Python-Exportskripten
Empfohlene Vorgehensweise
- Passenden Modus wählen: Imaging oder Transit.
- Standort, Datum und Setup einstellen.
- Katalog laden oder Demo-Daten verwenden.
- Berechnung starten.
- Ergebnisse filtern, sortieren und bei Bedarf als CSV exportieren.
- Interessante Kandidaten zusätzlich mit ExoClock, Stellarium oder ähnlicher Software gegenprüfen.
Hinweise
- Transitzeiten sind zunächst als Planungswerte zu verstehen.
- Für exakte Beobachtungen sollten Ergebnisse mit externen Diensten validiert werden.
- Die App ist besonders geeignet zur Vorauswahl und Priorisierung interessanter Ziele.